Ausweiskopie verschicken: Wie sicher ist das in Österreich?
Eine Ausweiskopie kann für eine echte Identitätsprüfung nötig sein, ist aber nie ohne Risiko. Prüfe Empfänger und Zweck unabhängig von der Nachricht und nutze den bestätigten Übermittlungsweg; schwärze Angaben oder setze ein Wasserzeichen nur, wenn die konkrete Prüfung diese bearbeitete Kopie akzeptiert.
Ein Foto vom Reisepass für eine Buchung, eine Führerscheinkopie für den Autoverleih oder ein Ausweis für einen neuen Online-Dienst: Nicht jede Anfrage ist ein Betrug. Trotzdem verdient die Übermittlung mehr Aufmerksamkeit als ein gewöhnlicher Anhang. Mit dem Foto gibst du Daten weiter, die sich später kaum zurückholen lassen.
Vor dem Senden den Anlass prüfen
Das österreichische Bundeskriminalamt warnt, dass auch seriöse Unternehmen Ausweiskopien verlangen und Kriminelle genau diesen Umstand ausnutzen. Frage deshalb nicht nur, ob die Firma existiert, sondern ob das konkrete Anliegen und der konkrete Kontakt zu ihr gehören.
| Anfrage | Was du jetzt klärst |
|---|---|
| Identitätsprüfung für einen selbst beantragten Dienst | Öffne dessen bekannte App oder Website und prüfe den vorgesehenen Ablauf. |
| Unterkunft oder Autoverleih möchte eine Kopie | Bestätige die Buchung beim Anbieter und frage nach benötigten Seiten, Angaben und Übermittlungsweg. |
| Unbekannter Kontakt verlangt den Pass für ein Jobangebot | Prüfe Stelle und Personalabteilung unabhängig vom Nachrichtenaustausch. |
| Käufer oder Verkäufer möchte ein Ausweisfoto als Sicherheit | Verschicke keine Kopie allein zur Vertrauensbildung. Nutze die Prüf- und Meldewege der Plattform. |
| Angebliche Bank droht per Nachricht mit einer Sperre | Rufe die Bank über einen selbst gefundenen Kontakt an oder öffne ihre App. |
Eine bekannte Firmenadresse im Text oder ein zugesandtes Ausweisfoto der anderen Person beweist nicht, wer tatsächlich schreibt.
Eine berechtigte Anfrage mit weniger Daten erfüllen
- Alternativen erfragen. Reicht das Vorweisen des Originals oder eine Identifizierung im offiziellen Dienst? Lass dir erklären, weshalb eine dauerhafte Kopie gebraucht wird.
- Anforderungen festhalten. Welche Dokumentart, welche Seite, welche sichtbaren Angaben und welches Dateiformat verlangt der Empfänger? Frage auch nach Aufbewahrung und Zugriff.
- Nur eine eigene Versandfassung bearbeiten. Du kannst nicht benötigte Angaben schwärzen, wenn der Empfänger das akzeptiert. Bei vollständigen Identitätsprüfungen können Schwärzungen oder überdeckte Sicherheitsmerkmale zur Ablehnung führen.
- Den Verwendungszweck sichtbar machen. Ein Wasserzeichen mit Empfänger, Anlass und Datum kann zeigen, wofür die Kopie erstellt wurde. Beispiel: „Kopie für [Unternehmen], [Vertragszweck], 21.10.2026“. Es ist entfernbar und verhindert keinen Identitätsdiebstahl.
- Den Export prüfen. Kontrolliere alle Seiten und mögliche Wiederholungen geschwärzter Angaben in maschinenlesbaren Zeilen. Öffne danach den bestätigten Upload direkt, statt einem unerwarteten Link zu folgen.
Die beiden kostenlosen Werkzeuge arbeiten im Browser, ohne dein Dokument hochzuladen. Prüfe die fertige Datei trotzdem selbst: Eine bearbeitete Kopie muss die für den Zweck erforderlichen Angaben lesbar lassen.
Was mit einem Ausweisfoto passieren kann
Ein Reisepass oder Personalausweis zeigt mehrere zusammengehörige Identitätsdaten. Mit dem Foto und weiteren Informationen können Kriminelle versuchen, Verträge abzuschließen, Konten zu eröffnen oder andere Menschen unter deinem Namen zu täuschen. Das Bundeskriminalamt beschreibt diese Missbrauchsformen. Eine Kopie allein garantiert aber nicht, dass eine Bank oder ein anderer Dienst die Prüfung akzeptiert.
Achte besonders auf ungewöhnlichen Zeitdruck, widersprüchliche Erklärungen und immer neue Forderungen nach Unterlagen. Eine Anfrage wird nicht glaubwürdiger, weil zusätzlich ein Selfie mit Ausweis verlangt wird. Gesichtsfotos und Videos gehören nur in einen verifizierten Prozess, dessen Zweck du kennst.
E-Mail und Messenger: Nach dem Versand bleibt ein Risiko
Onlinesicherheit.gv.at rät zur Zurückhaltung bei sensiblen Daten per E-Mail und bei Links zur vermeintlichen Datenbestätigung. Ein bestätigter Upload kann zusätzliche Anhänge in Postfächern vermeiden. Er sagt allein noch nichts darüber, wer die Datei beim Empfänger sehen kann oder wie lange sie gespeichert bleibt.
Auch ein verschlüsselter Messenger verhindert nicht, dass der Empfänger das Foto speichert oder weiterleitet. Ein Wasserzeichen macht diesen Weg ebenfalls nicht risikofrei. Wenn ein Unternehmen nur E-Mail anbietet, bestätige die genaue Adresse unabhängig und kläre den vorgesehenen Schutz der Datei.
Ausweiskopie schon an einen verdächtigen Kontakt geschickt?
Sichere Nachrichten, Webadressen, Namen und den Zeitpunkt der Übermittlung. Notiere, welche Seiten und Zusatzdaten betroffen sind. Schicke keine weiteren Fotos oder Zugangscodes. Informiere bei betroffenen Konten oder Zahlungsdaten deine Bank über deren offiziellen Kontakt.
Das österreichische Sicherheitsportal nennt folgende Schritte: Anzeige bei der Polizei erstatten, nach missbräuchlichen Profilen suchen und sie der Plattform melden sowie betroffene Unternehmen verständigen. Unbekannte Rechnungen und Mahnungen solltest du prüfen und unberechtigten Forderungen schriftlich widersprechen. Bewahre Antworten und Nachweise auf.
Bleib gegenüber Folgekontakten aufmerksam. Wer schon Name und Dokumentdaten kennt, kann die nächste Nachricht sehr überzeugend formulieren. Eine Person, die gegen Geld angeblich alle Kopien löschen kann, liefert damit keinen überprüfbaren Schutz.
Besprich mit Polizei und ausstellender Behörde, ob in deinem Fall weitere Maßnahmen zum Dokument sinnvoll sind. Setze ein verschicktes Foto nicht mit dem Verlust des physischen Passes gleich und erstatte keine unzutreffende Verlustmeldung. Eine neue Dokumentnummer nimmt bereits bekannte Personendaten nicht zurück.
Persönliche Kopie und amtlicher Nachweis unterscheiden
Dokus verwahrt deine Dokumente verschlüsselt am iPhone. Für einen bestätigten Empfänger kannst du eine Kopie mit Schwärzungen und Wasserzeichen vorbereiten und die ursprüngliche Fassung behalten. Dokus prüft den Empfänger nicht und garantiert keinen Schutz vor Betrug.
Eine dort gespeicherte Führerscheinkopie ist auch kein amtlicher digitaler Führerschein. Für diesen Unterschied und den staatlichen Vorzeigeweg lies die Anleitung zu eAusweise in Österreich. Ein Foto erfüllt nicht automatisch eine gesetzliche Identifikationspflicht.
Häufige Fragen
Darf ich meinen Reisepass per E-Mail verschicken?
Kläre zunächst, ob die Kopie wirklich gebraucht wird und die Adresse zur zuständigen Stelle gehört. Bevorzuge deren bestätigten Upload oder einen anderen vorgesehenen Identifizierungsweg. Ein E-Mail-Anhang kann gespeichert und weitergeleitet werden; ein Wasserzeichen beseitigt dieses Risiko nicht.
Was soll ich auf einer Ausweiskopie schwärzen?
Nur Angaben, die für diesen Empfänger und Zweck nicht erforderlich sind. Frage nach, bevor du Dokumentnummer, Foto oder maschinenlesbare Zeilen abdeckst. Manche Prüfungen brauchen eine vollständige, unveränderte Aufnahme und akzeptieren keine geschwärzte Kopie.
Ein Jobanbieter verlangt ein Selfie mit Ausweis. Soll ich es schicken?
Prüfe das Stellenangebot und den Kontakt zuerst direkt beim Unternehmen. Eine unerwartete Forderung nach Ausweis und Selfie ist ein Anlass, die Übermittlung zu stoppen. Gib solche Aufnahmen nur in einem bestätigten Identifikationsprozess weiter, den du nachvollziehen kannst.
Verhindert ein Wasserzeichen die Verwendung für andere Zwecke?
Nein. Es zeigt, für welchen Empfänger und Zweck die Kopie gedacht ist, kann aber verändert werden. Auch sichtbare Daten lassen sich weiterhin abschreiben. Verlass dich auf mehrere Schritte: echten Bedarf prüfen, Empfänger bestätigen und unnötige Angaben vermeiden.
Wo bekomme ich Hilfe, wenn meine Identität missbraucht wird?
Erstatte Anzeige bei der Polizei und halte Belege bereit. Verständige betroffene Unternehmen und gegebenenfalls deine Bank. Das österreichische Sicherheitsportal empfiehlt außerdem, falsche Profile zu melden und auf unbekannte Rechnungen sowie weitere Betrugsversuche zu achten.