Ist es sicher, ein Foto vom Personalausweis zu verschicken?
Verschicke ein Ausweisfoto nur, wenn du den Empfänger und den Zweck geprüft hast. Nutze möglichst das offizielle Portal der Firma und kläre, welche Angaben nötig sind. Eine Kopie kann für Identitätsmissbrauch genutzt werden; Empfänger, Zweck und Datum als Wasserzeichen erschweren die Weiterverwendung, verhindern sie aber nicht sicher.


Bank, Mietbewerbung, Autovermietung oder ein neuer Job: Ein Foto vom Ausweis wird in vielen Situationen verlangt. Der entscheidende Punkt ist, wer die Kopie bekommt und ob sie für diesen Vorgang wirklich nötig ist. Ein bekanntes Firmenlogo in einer Nachricht beweist noch nichts.
Eine Kopie möglichst sicher verschicken
Bereite kostenlos eine Kopie mit weniger sichtbaren Daten vor. Sobald Empfänger, Zweck und erforderliche Angaben geklärt sind, kannst du entbehrliche Daten verdecken und ein Wasserzeichen mit Empfänger und Datum hinzufügen. Beide Werkzeuge arbeiten in deinem Browser, ohne dein Dokument hochzuladen. Kläre vorher, ob das Verfahren bearbeitete Kopien annimmt, und halte alle nötigen Angaben lesbar.
- Empfänger und Anlass unabhängig prüfen.
- Nachfragen, welche Seite und welche Daten erforderlich sind.
- Nicht benötigte Angaben vollständig deckend schwärzen, nachdem du die Anforderungen geklärt hast. Prüfe auch Wiederholungen und die maschinenlesbare Zone. Welche Felder entbehrlich sind, hängt vom Dokument und Verfahren ab.
- Ein Wasserzeichen mit Empfänger, Verwendungszweck und Datum ergänzen, soweit das Verfahren dies akzeptiert.
- Das offizielle Uploadportal selbst öffnen und nach Aufbewahrung und Löschung fragen. Auch ein offizieller Kanal beseitigt nicht jedes Risiko; der Empfänger verwaltet die gespeicherte Kopie.
- Niemals Passwörter, TANs oder unerwartete Bestätigungscodes weitergeben.
Ein Wasserzeichen zeigt den vorgesehenen Gebrauch, kann aber bearbeitet oder entfernt werden und verhindert keinen Identitätsmissbrauch. Automatische Prüfungen können markierte Kopien ablehnen. Im fiktiven Reisepass oben sind die Passnummer oben und die maschinenlesbaren Zeilen verdeckt; andere Angaben, etwa das Geburtsjahr am Rand, bleiben sichtbar. Prüfe alle entbehrlichen Angaben, statt das Beispiel unverändert auf den Personalausweis zu übertragen. Für die iPhone-Funktionen gibt es den Ratgeber zu Wasserzeichen in Fotos.
Was mit einem Foto vom Personalausweis passieren kann
Eine Kopie enthält persönliche Angaben, Foto und Dokumentnummer; die Rückseite kann auch die Anschrift zeigen. Betrüger können versuchen, damit Konten oder Verträge auf deinen Namen anzulegen, schwache Identitätsprüfungen zu umgehen oder andere Menschen mit deiner Identität zu täuschen.
Das gelingt nicht automatisch. Seriöse Anbieter verlangen häufig zusätzliche Prüfungen. Ein Ausweisfoto zusammen mit einem Selfie, Zugangsdaten oder einem Bestätigungscode erhöht aber das Risiko.
Wann die Anfrage nachvollziehbar ist
Eine Bank oder ein anderer Anbieter kann im eigenen Anmeldeprozess eine Identitätsprüfung verlangen. Öffne dafür die App oder Website selbst. Ein Vermieter oder Arbeitgeber sollte erklären können, wozu er welche Daten benötigt. Frage, ob das Vorzeigen des Ausweises oder ein anderer Nachweis reicht, statt gleich eine vollständige Kopie zu schicken.
Welche Angaben geschwärzt werden dürfen, hängt vom Verfahren ab. Der Hamburger Landesbetrieb Verkehr nennt je nach Fachbereich unterschiedliche Felder. Seine Listen sind keine allgemeine Freigabe zum Schwärzen bei jeder Bank oder jedem Vertrag.
Warnzeichen für Betrug
- Eine unbekannte Person verlangt den Ausweis per WhatsApp oder E-Mail und setzt dich unter Zeitdruck.
- Eine angebliche Jobzusage kommt ohne echtes Gespräch, aber mit einer Aufforderung zur Kontoeröffnung oder Videoidentifizierung.
- Eine Wohnung soll ohne Besichtigung vergeben werden, sobald du Ausweis und Geld schickst.
- Der angebliche Support verlangt Ausweis, Selfie und einen TAN- oder Bestätigungscode zusammen.
Prüfe die Firma über eine unabhängig gefundene Telefonnummer oder Website. Nutze nicht nur die Kontaktdaten aus der verdächtigen Nachricht.
WhatsApp oder E-Mail?
WhatsApp schützt Nachrichten bei der Übertragung, doch der Empfänger kann das Bild speichern und weitergeben. E-Mail hinterlässt Kopien in Postfächern und Sicherungen. Entscheidend bleiben der geprüfte Empfänger, die nötigen Daten und ein geeigneter Übertragungsweg.
Wenn du das Foto schon an einen Betrüger geschickt hast
Sichere Nachrichten, Kontaktangaben und Versandzeitpunkt. Schicke nichts Weiteres und informiere deine Bank, wenn Konten oder Zahlungen betroffen sein könnten. Erstatte bei vermutetem Betrug Anzeige bei der Polizei. Prüfe unbekannte Buchungen, Vertragsbestätigungen und Mahnungen und widersprich unberechtigten Forderungen frühzeitig.
Ein geleaktes Foto ist nicht automatisch ein verlorener Ausweis. Wenn das physische Dokument fehlt, gehe nach dem Verlustverfahren vor; wenn zusätzlich die Online-Ausweisfunktion oder ihre PIN betroffen sein könnte, kontaktiere die zuständige Stelle.
Mit Dokus
Dokus hält deine Dokumente verschlüsselt auf dem iPhone hinter Face ID beziehungsweise Touch ID. Beim Teilen kannst du die Kopie mit Empfänger und Datum kennzeichnen. Das gespeicherte Original bleibt unverändert. Ob der Empfänger legitim ist, musst du vor dem Versand prüfen.
Geht es um eine Mietwohnung, hilft der Ratgeber Bewerbungsmappe für die Wohnung: Er unterscheidet zwischen den Unterlagen, die du privat vorbereitest, und den Nachweisen, die im jeweiligen Schritt benötigt werden.
Häufige Fragen
Ist es sicher, den Personalausweis per WhatsApp zu schicken?
Nur nach Prüfung von Empfänger und Zweck. Die verschlüsselte Übertragung verhindert nicht, dass das Bild beim Empfänger gespeichert oder weitergegeben wird. Ein offizielles Portal ist meist die bessere Wahl.
Welche Angaben darf ich auf der Ausweiskopie schwärzen?
Das hängt von der Identitätsprüfung und dem Verfahren ab. Frage den Empfänger, welche Angaben zwingend benötigt werden. Schwärze nur entbehrliche Felder und halte erforderliche Daten lesbar.
Kann jemand allein mit meinem Ausweisfoto einen Kredit aufnehmen?
Nicht zwangsläufig. Anbieter haben unterschiedliche Prüfungen, und seriöse Verfahren verlangen weitere Nachweise. Eine Kopie kann trotzdem bei Betrugsversuchen helfen, besonders zusammen mit Selfies oder Bestätigungscodes.
Verhindert ein Wasserzeichen Identitätsdiebstahl?
Nein. Ein Vermerk mit Empfänger, Zweck und Datum macht den vorgesehenen Gebrauch sichtbar und kann die Weiterverwendung erschweren. Er kann bearbeitet oder entfernt werden; die sichtbaren Daten lassen sich weiterhin kopieren. Manche Identitätsprüfungen nehmen veränderte Kopien nicht an.
Ich habe mein Ausweisfoto an einen Betrüger geschickt. Was jetzt?
Sichere Belege, gib keine weiteren Daten heraus, informiere gegebenenfalls deine Bank und erstatte Anzeige. Achte auf unbekannte Konten, Verträge, Buchungen und Forderungen.