Öffne die Kopie deines Personalausweises oder Reisepasses als Foto oder PDF und markiere nur Angaben, die der Empfänger nicht braucht. Die markierten Bildinhalte werden in der gespeicherten Kopie ersetzt; prüfe auch Rückseite, Codes und maschinenlesbare Zeilen.
So geht's
- Wähle ein Foto, einen Scan oder ein PDF. Ein auf dem Tisch fotografiertes Dokument wird automatisch auf seine Ränder zugeschnitten und begradigt; liegt es quer, hilft „Drehen“ über der Vorschau.
- „Weichzeichnen“ ist schon eingeschaltet: Zieh über jede Angabe, die weg soll, und ein weichgezeichneter Rahmen deckt sie ab. Zeichne so viele, wie du brauchst, auf beiden Seiten, und entferne einen mit dem × an seiner Ecke.
- Tippe auf „Sichern“: Die Kopie landet auf deinem Gerät, auf dem iPhone in Dateien > Downloads. Die Rahmen sind jetzt Teil des Bildes, ohne Ebene darunter, und der Aufnahmeort aus der Kamera ist auch weg.
Was du auf dem Personalausweis schwärzt
Das Bundesinnenministerium ist hier deutlich: Daten, die nicht zur Identifizierung gebraucht werden, können und sollen auf der Kopie geschwärzt werden, vor allem die Zugangsnummer und die Dokumentennummer, sofern kein Gesetz sie verlangt. Für viele Zwecke reichen Name, Geburtsdatum und Wohnort.
- Zugangsnummer (CAN): die sechsstellige Zahl auf der Vorderseite, rechts neben dem Gültigkeitsdatum. Laut BSI gibt sie beim Vor-Ort-Auslesen die Daten im Chip frei und wird nach zwei falschen PIN-Eingaben für den dritten Versuch gebraucht.
- Seriennummer: Das Ministerium nennt sie Dokumentennummer. Sie steht auf der Vorderseite und wird in der maschinenlesbaren Zone wiederholt.
- Maschinenlesbare Zone: die drei Zeilen unten auf der Rückseite. Sie enthält unter anderem die Seriennummer und dein Geburtsdatum.
- Größe, Augenfarbe und Unterschrift: Auch diese Angaben kannst du laut Ministerium in der Regel schwärzen.
- Lichtbild: Geht es nur um Name, Geburtsdatum und Wohnort, braucht der Empfänger auch das Foto nicht. Muss er dich aber später vor Ort wiedererkennen, lass es frei.
Lesbar bleiben Name, Geburtsdatum und meist die Anschrift auf der Rückseite. Bist du unsicher, frag die Stelle, die die Kopie verlangt, welche Angaben sie wirklich braucht: Das rät auch das Ministerium.
Wann die Nummer lesbar bleibt
Manche Stellen müssen die Nummer aufzeichnen. Banken etwa müssen nach § 8 Geldwäschegesetz Art, Nummer und ausstellende Behörde deines Ausweises festhalten und haben das Recht und die Pflicht, eine Kopie anzufertigen. Bei der Bank bleibt die Nummer also lesbar. Weitere Fälle, in denen ein Gesetz Ausweiskopien vorsieht, nennt das Ministerium im Telekommunikationsgesetz und in der Fahrerlaubnis-Verordnung, und Arbeitgeber müssen von einem Aufenthaltstitel für die Dauer der Beschäftigung eine Kopie aufbewahren (§ 4a Aufenthaltsgesetz). Dort fragst du, welche Angaben lesbar bleiben müssen. Kennzeichnen kannst du jede dieser Kopien trotzdem, mit „Wasserzeichen“ im Menü „Werkzeuge“ oben auf der Seite.
Andere Dokumente
- Reisepass: die Seriennummer, also die Passnummer, und die maschinenlesbare Zone unten auf der Datenseite. Für Passkopien gelten nach § 18 Passgesetz fast dieselben Regeln wie für den Ausweis.
- Aufenthaltstitel: Auch die Karte des elektronischen Aufenthaltstitels trägt laut BAMF eine sechsstellige Zugangsnummer und eine Dokumentennummer. Muss dein Arbeitgeber eine Kopie aufbewahren, frag ihn, was lesbar bleiben muss.
- Führerschein: die Führerscheinnummer in Feld 5 und die Unterschrift, wenn der Empfänger sie nicht notieren muss. Eine Anschrift steht auf dem deutschen Führerschein nicht: Feld 8, der Wohnort, fehlt nach der Fahrerlaubnis-Verordnung.
Warum „Weichzeichnen“ hier kein echtes Weichzeichnen ist
Das Ministerium schreibt, dass geschwärzte Angaben weder lesbar noch durch technische Verfahren wiederherstellbar sein sollten, und warnt bei digitalen Programmen davor, Daten nur optisch zu überdecken. Ein gewöhnlicher Weichzeichner oder eine Verpixelung lässt eine Spur des Originals übrig, und gedruckte Ziffern in einer bekannten Schrift lassen wenig Möglichkeiten offen. Forscher haben neuronale Netze darauf trainiert, Gesichter und handgeschriebene Ziffern durch beides hindurch zu erkennen.
Das „Weichzeichnen“ in diesem Werkzeug nimmt kein einziges Pixel aus dem Rahmen. Es malt die Fläche neu, aus dem Papier knapp außerhalb des Rahmens und mit etwas Körnung, sodass es weich aussieht und nichts enthält. Es wird fest in die Kopie eingebrannt, und ein PDF aus diesem Werkzeug enthält nur Bilder, also keine Textebene unter dem Rahmen.
Ein PDF schwärzen: Gehaltsabrechnung, Kontoauszug, Bescheid
Du kannst auch ein PDF mit anderen Nachweisen schwärzen, etwa eine Gehaltsabrechnung oder einen Kontoauszug. Wähle die Datei, und ihre Seiten öffnen sich in der Vorschau, bis zu 10; bei einem längeren PDF nimmt es die ersten 10. Zieh auf jeder Seite einen Rahmen über das, was weg soll. Das gesicherte PDF enthält von jeder Seite nur noch ein Bild in der Größe der Originalseite: Unter den Rahmen liegt kein Text mehr, den man markieren, durchsuchen oder herauskopieren könnte, und genau daran scheitert ein schwarzer Kasten, der nur über dem Text liegt. Dafür lässt sich auch der übrige Text nicht mehr auswählen.
Gebraucht wird das zum Beispiel bei der Wohnungssuche. Nach der Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz kann ein Vermieter den Einkommensnachweis erst kurz vor der Vertragsunterzeichnung verlangen, etwa als Kopie einer Lohn- oder Gehaltsabrechnung, eines Kontoauszugs oder eines Einkommensteuerbescheids, jeweils mit geschwärzten Angaben, die er nicht braucht. Ein PDF mit Passwort öffnet das Werkzeug nicht: Exportiere zuerst eine Kopie ohne Passwort.
Für einen Nachweis beim Jobcenter gelten andere Anforderungen. Der Leitfaden Kontoauszug fürs Jobcenter schwärzen zeigt an einem erfundenen Vorher-Nachher-Beispiel, welche Details du gezielt verdeckst und wie du Einnahmen, Beträge, Salden und vollständige Seiten lesbar hältst.
Die Weitergabekopie fertigstellen
Als PDF vorbereiten, Dateigrösse reduzieren, Empfänger markieren und unnötige Angaben abdecken sind getrennte Schritte. Wähle nur, was der Empfänger für den konkreten Vorgang benötigt.
Häufige Fragen
Was muss man auf der Ausweiskopie schwärzen?
Alles, was der Empfänger nicht zur Identifizierung braucht. Das Bundesinnenministerium nennt vor allem die Zugangsnummer und die Dokumentennummer, also die Seriennummer, und dazu Größe, Augenfarbe, Unterschrift und die maschinenlesbare Zone. Für viele Zwecke reichen Name, Geburtsdatum und Wohnort.
Was schwärze ich auf der Ausweiskopie für den Vermieter?
Zugangsnummer, Seriennummer, maschinenlesbare Zone, Größe, Augenfarbe und Unterschrift. Zur Besichtigung braucht der Vermieter überhaupt keine Kopie: Nach der Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz darf er sich den Ausweis zeigen lassen, eine Kopie ist in diesem Stadium unzulässig.
Darf ich für die Bank etwas schwärzen?
Die Nummer nicht. Banken müssen nach dem Geldwäschegesetz Art, Nummer und ausstellende Behörde deines Ausweises aufzeichnen und dürfen dafür eine Kopie anfertigen, und das Bundesinnenministerium nimmt genau diesen Fall von seiner Empfehlung zum Schwärzen aus. Ein Wasserzeichen mit dem Namen der Bank und dem Zweck kannst du trotzdem setzen.
Kann man eine verpixelte oder weichgezeichnete Stelle wiederherstellen?
Bei einer echten Verpixelung oder einem echten Weichzeichner manchmal schon, weil sie eine Spur der Zeichen behalten und die Schrift eines Ausweises bekannt ist. Das Weichzeichnen in diesem Werkzeug wird aus dem Papier rund um den Rahmen gemalt, darunter ist nichts mehr, was sich zurückholen ließe.
Kann ich die Schwärzung rückgängig machen?
Nein. Der Rahmen ist in die Pixel der gesicherten Kopie gemalt, es gibt keine Ebene zum Entfernen und keinen versteckten Text im PDF. Deine Originaldatei bleibt unverändert, bewahre sie also sicher auf, wenn du das vollständige Dokument wieder brauchst.
Wird mein Ausweis zum Schwärzen hochgeladen?
Nein. Das Schwärzen passiert in deinem Browser, auf deinem Gerät. Sobald die Seite geladen ist, funktioniert sie auch ohne WLAN und mobile Daten.
Ist ein geschwärztes PDF vollständig anonymisiert?
Nicht automatisch. Schwärzen entfernt hier den Inhalt der gewählten Bildbereiche. Namen, Fotos, Codes und wiederholte Angaben außerhalb der Rahmen können eine Person weiterhin erkennbar machen. Decke nur die vereinbarten unnötigen Angaben ab und prüfe die gesamte gespeicherte Kopie.
